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    <title>Schmidt liest Proust</title>
    <link>http://vertr.antville.org/</link>
    <description>vertr.antville</description>
    <language>de</language>
    <pubDate>Thu, 28 Aug 2008 15:59:32 GMT</pubDate>
    <dc:date>2008-08-28T15:59:32Z</dc:date>
    <dc:language>de</dc:language>
    <item>
      <title>rince-bouche</title>
      <link>http://vertr.antville.org/stories/1435112/#1822931</link>
      <description>in der deutschen &amp;uuml;bersetzung machen sie "lik&amp;ouml;r" draus. gibt es ein richtiges deutsches wort f&amp;uuml;r das, was ein rince-bouche eigentlich ist, n&amp;auml;mlich ein kleines, mit wasser gef&amp;uuml;lltes gef&amp;auml;&amp;szlig;, in das man nach dem essen die lippen stippt? mundsch&amp;auml;lchen?</description>
      <pubDate>Mon, 04 Aug 2008 19:34:40 GMT</pubDate>
      <guid>http://vertr.antville.org/stories/1435112/#1822931</guid>
      <dc:creator>frollein franzi</dc:creator>
      <dc:date>2008-08-04T19:34:40Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>"geschwätzige details"</title>
      <link>http://vertr.antville.org/stories/1559208/#1719469</link>
      <description>Gibt es nicht bei Proust. H&amp;ouml;chstens unaufmerksame, ungeduldige Leser!</description>
      <pubDate>Sun, 11 Nov 2007 11:42:10 GMT</pubDate>
      <guid>http://vertr.antville.org/stories/1559208/#1719469</guid>
      <dc:creator>gofriller</dc:creator>
      <dc:date>2007-11-11T11:42:10Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>nach den Pferden sehen</title>
      <link>http://vertr.antville.org/stories/1443416/#1648908</link>
      <description>Im Franz&amp;ouml;sischen steht f&amp;uuml;r "nach den Pferden sehen" &amp;laquo; Il faut que j&amp;#8217;aille entretenir un instant le duc d&amp;#8217;Aumale &amp;raquo;, was vielleicht deshalb komisch ist, weil es "den Duc d'Aumale ern&amp;auml;hren bzw. unterhalten" hei&amp;szlig;t und "m'entretenir avec le duc d'Aumale" richtiger w&amp;auml;re.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quellen:&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://jydupuis.apinc.org/Proust/index.htm" title="http://jydupuis.apinc.org/Proust/index.htm"&gt;jydupuis.apinc.org&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://fr.answers.yahoo.com/question/index?qid=20061014043230AAl73io" title="http://fr.answers.yahoo.com/question/index?qid=20061014043230AAl73io"&gt;fr.answers.yahoo.com&lt;/a&gt;</description>
      <pubDate>Wed, 20 Jun 2007 06:51:57 GMT</pubDate>
      <guid>http://vertr.antville.org/stories/1443416/#1648908</guid>
      <dc:creator>rodeng</dc:creator>
      <dc:date>2007-06-20T06:51:57Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>und nicht vergessen,</title>
      <link>http://vertr.antville.org/stories/1562362/#1564608</link>
      <description>jetzt wo Sie t&amp;auml;glich mehr Zeit haben: Ende Februar Text f&amp;uuml;r den Bachmann einreichen,  Buch von Craig Thompson ist unterwegs, Seelower ist doch richtig, oder, wann kommt eigentlich ihre &amp;Uuml;bersetzung vom neuen Delisle heraus, beste Gr&amp;uuml;&amp;szlig;e und viel Dank, &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
honz</description>
      <pubDate>Fri, 02 Feb 2007 15:27:18 GMT</pubDate>
      <guid>http://vertr.antville.org/stories/1562362/#1564608</guid>
      <dc:creator>honz</dc:creator>
      <dc:date>2007-02-02T15:27:18Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <link>http://vertr.antville.org/stories/1562362/#1564385</link>
      <description>hallo jochen,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
w&amp;auml;re es nicht sch&amp;ouml;n, so eine art blog fortzuf&amp;uuml;hren? ohne t&amp;auml;glichen ver&amp;ouml;ffentlichungszwang, aber als plattform zum gelegentlichen austausch zwischen autor und leser? ich w&amp;uuml;rde zB gern man&amp;ouml;verkritik &amp;auml;u&amp;szlig;ern zur weltchronik, wie man sie NOCH besser machen k&amp;ouml;nnte ;o) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
beste gr&amp;uuml;&amp;szlig;e&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bernd</description>
      <pubDate>Fri, 02 Feb 2007 11:06:40 GMT</pubDate>
      <guid>http://vertr.antville.org/stories/1562362/#1564385</guid>
      <dc:creator>dinothar</dc:creator>
      <dc:date>2007-02-02T11:06:40Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Ein Buch</title>
      <link>http://vertr.antville.org/stories/1562362/#1563385</link>
      <description>- na, wenn das keine &amp;Uuml;berraschung ist! Herzlichen Gl&amp;uuml;ckwunsch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
W&amp;auml;re es nach mir gegangen, h&amp;auml;tte &amp;uuml;brigens mal ein Team von arte vorbeigeschaut. Aber ich bin mit meiner Anregung nicht durchgedrungen; soviel zu den Frauen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was schlie&amp;szlig;lich Cato angeht und seine Aversion gegen die Griechen: Ein Mensch in seinem Widerspruch. Die Philosophendelegation schickt er nach Hause (Plut. 22 f.), doch Thukydides und Demosthenes  studiert er mit Gewinn. &amp;#8222;Seine Schriften sind reichlich mit griechischen Gedanken und Geschichten ausgeschm&amp;uuml;ckt, und viel w&amp;ouml;rtlich &amp;Uuml;bersetztes ist in seine Denkspr&amp;uuml;che und Sentenzensammlungen eingef&amp;uuml;gt.&amp;#8220; (Plut. 2) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber die Zeit ist um, schade.</description>
      <pubDate>Thu, 01 Feb 2007 04:19:19 GMT</pubDate>
      <guid>http://vertr.antville.org/stories/1562362/#1563385</guid>
      <dc:creator>wiegers</dc:creator>
      <dc:date>2007-02-01T04:19:19Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <link>http://vertr.antville.org/stories/1562362/#1563356</link>
      <description>Danke, Jochen!</description>
      <pubDate>Thu, 01 Feb 2007 00:25:38 GMT</pubDate>
      <guid>http://vertr.antville.org/stories/1562362/#1563356</guid>
      <dc:creator>Goodman</dc:creator>
      <dc:date>2007-02-01T00:25:38Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <link>http://vertr.antville.org/stories/1559208/#1562598</link>
      <description>...da&amp;szlig; das Buch einem je nach eigener Verfassung spannend oder langweilig vorkommt...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href="http://realitystudio.org/criticism/wired-for-shock-treatments/"&gt;&amp;#8220;The book I read once when I was unhappy and again when I was not, did not seem in any sense the same book.&amp;#8221;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tausend Dank!</description>
      <pubDate>Wed, 31 Jan 2007 07:29:27 GMT</pubDate>
      <guid>http://vertr.antville.org/stories/1559208/#1562598</guid>
      <dc:creator>wasweissich</dc:creator>
      <dc:date>2007-01-31T07:29:27Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <link>http://vertr.antville.org/stories/1562362/#1562481</link>
      <description>mein hallo sei dir gewiss..</description>
      <pubDate>Tue, 30 Jan 2007 22:40:55 GMT</pubDate>
      <guid>http://vertr.antville.org/stories/1562362/#1562481</guid>
      <dc:creator>madlen</dc:creator>
      <dc:date>2007-01-30T22:40:55Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Gibt es ein Leben nach dem Proust?</title>
      <link>http://vertr.antville.org/stories/1562362/</link>
      <description>&lt;img height="300" width="400" src="http://www.antville.org/static/vertr/images/im_bett_mit_proust.jpg" border="0" /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Liebe Blogleser,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ich danke jedem einzelnen von Euch f&amp;uuml;r sein Interesse an diesem Projekt. In einer Zeit, in der jeder Mensch interessant und erz&amp;auml;hlenswert ist, ist es ist ein gro&amp;szlig;es Privileg, noch Leser zu haben. Ich danke allen Blogs, die mich verlinkt und mir ihre Besucher zugespielt haben, ich h&amp;auml;tte Euch auch verlinken sollen, aber ich wollte einerseits keine Auswahl treffen und andererseits nicht alle 40 auflisten. Das ist ein wenig unfair, aber daf&amp;uuml;r haben einige von Euch jetzt mich als Leser...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Blog wird, so Bov will, noch eine Weile ein geisterhaftes Dasein im Netz fortf&amp;uuml;hren. Wenn es nach mir geht, wird der Text, bereinigt, gek&amp;uuml;rzt, und, von, &amp;uuml;berfl&amp;uuml;ssigen, Kommas, befreit im Fr&amp;uuml;hjahr 2008 als Buch erscheinen (voraussichtlich bei Voland&amp;amp;Quist), aus &amp;ouml;konomischen Gr&amp;uuml;nden wohl aber leider nicht in der von mir favorisierten Form eines Schubers mit 7 Teilb&amp;auml;nden und Glossar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht mache ich irgendwann wieder einmal etwas anderes als Frustsurfen im Internet, vorerst werde ich meine Texte aber wieder f&amp;uuml;r die Realit&amp;auml;t schreiben und w&amp;ouml;chentlich bei der "Chaussee der Enthusiasten" oder monatlich bei der "Weltchronik" urauff&amp;uuml;hren. Wenn jemand von Euch mich bei diesen Veranstaltungen besuchen kommt, w&amp;uuml;rde ich mich &amp;uuml;ber ein Hallo freuen, vielleicht bekomme ich ja mit der Zeit eine Fotoserie "Proustleser" zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
La&amp;szlig;t uns nicht vergessen, da&amp;szlig; wir nicht mehr wie die anderen sind, und da&amp;szlig; wir uns schon deshalb pflegen und bewahren m&amp;uuml;ssen, weil wir in unseren K&amp;ouml;pfen so eine wertvolle und zerbrechliche Fracht transportieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tsch&amp;ouml; mit &amp;ouml;&lt;br /&gt;
Euer Jochen Schmidt</description>
      <pubDate>Tue, 30 Jan 2007 20:50:11 GMT</pubDate>
      <guid>http://vertr.antville.org/stories/1562362/</guid>
      <dc:creator>jochenheißtschonwer</dc:creator>
      <dc:date>2007-01-30T20:50:11Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <link>http://vertr.antville.org/stories/1559853/#1561664</link>
      <description>Vielen Dank f&amp;uuml;rs Proust-blog!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sich erinnernd wie es war, als man damals Proust zum ersten mal las, der sich einem noch nicht als sich erinnernder Autor zu erkennen gegeben hatte, der sein Leben zu einem Kunstwerk macht - durch die Verkn&amp;uuml;pfung beider Erinnerungen w&amp;uuml;rde die Zweitlekt&amp;uuml;re gewisserma&amp;szlig;en zu einem Teil dieses einzigartigen Romanprojekts, denn die damaligen Gedanken und Gef&amp;uuml;hle wurden ja nur gelebt, um wiedererinnert zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da wir jetzt schoneinmal ein Proust-blog haben, fehlt jetzt nur noch das blog zur Zweitlekt&amp;uuml;re, in dem du Dich ja wunderbar auf dieses beziehen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses blog half mir auch, meine Zweitlekt&amp;uuml;re weiter aufzuschieben (seit 8 Jahren). Man muss halt abwarten k&amp;ouml;nnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Gr&amp;uuml;&amp;szlig;e cres</description>
      <pubDate>Tue, 30 Jan 2007 01:16:54 GMT</pubDate>
      <guid>http://vertr.antville.org/stories/1559853/#1561664</guid>
      <dc:creator>crescas</dc:creator>
      <dc:date>2007-01-30T01:16:54Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <link>http://vertr.antville.org/stories/1559853/#1560970</link>
      <description>Dankesch&amp;ouml;n Jochen!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dein Blog war wie ein Adventskalender, dessen T&amp;uuml;ren jeder f&amp;uuml;r sich &amp;ouml;ffnen konnte, wann er wollte und der uns jeden Tag mit einer f&amp;uuml;r uns neuen S&amp;uuml;&amp;szlig;igkeit &amp;uuml;berraschte.</description>
      <pubDate>Mon, 29 Jan 2007 11:33:24 GMT</pubDate>
      <guid>http://vertr.antville.org/stories/1559853/#1560970</guid>
      <dc:creator>pis_cis_reloaded</dc:creator>
      <dc:date>2007-01-29T11:33:24Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <link>http://vertr.antville.org/stories/1559853/#1560744</link>
      <description>-Siehste, klappt doch. &lt;br /&gt;
-Gute Nacht. &lt;br /&gt;
-Kuss.&lt;br /&gt;
-?&lt;br /&gt;
-Schlafen, Schmidt!</description>
      <pubDate>Sun, 28 Jan 2007 22:14:16 GMT</pubDate>
      <guid>http://vertr.antville.org/stories/1559853/#1560744</guid>
      <dc:creator>Bettina A.</dc:creator>
      <dc:date>2007-01-28T22:14:16Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Vielen Dank!</title>
      <link>http://vertr.antville.org/stories/1559853/#1560729</link>
      <description>Als zweifacher "Suche"-Durchleser war ich nicht immer derselben Meinung, doch interessant war es immer. Faszinierend ist, da&amp;szlig; Sie trotz offenbar reichlich vorhandener Lebenserfahrung und jetzt auch Proust-Rezeption Ihr Gl&amp;uuml;ck in Frauen und Beziehung suchen, obwohl das nur schiefgehen kann (das Gl&amp;uuml;cksuchen, nicht die Beziehung). Das Gl&amp;uuml;ck ist nicht au&amp;szlig;erhalb von einem selber zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielen Dank f&amp;uuml;r den Schnelldurchgang durch den besten Roman aller Zeiten.</description>
      <pubDate>Sun, 28 Jan 2007 21:41:26 GMT</pubDate>
      <guid>http://vertr.antville.org/stories/1559853/#1560729</guid>
      <dc:creator>thebear</dc:creator>
      <dc:date>2007-01-28T21:41:26Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Berlin - VII Die wiedergefundene Zeit - Seite 427-447 (Schluß)</title>
      <link>http://vertr.antville.org/stories/1559853/</link>
      <description>- Was ham wirn heute gemacht?&lt;br /&gt;
- Ich hab mich mit Mama gestreitet, da hat sie eine schlechte Laune.&lt;br /&gt;
- Und dann?&lt;br /&gt;
- Du wei&amp;szlig;t doch, ich war im Kindergarten, da hab ich eingepullert, aber nur ein bi&amp;szlig;chen, is nich schlimm, da hat Heike mir einen neuen Schl&amp;uuml;pfer und neue Strumpfhosen gegeben und dann ham wir Appepip gesagt, dann hat Heike "&amp;Auml;rmel" gesagt, die man zum Essen hochkrempelt, dann is Papa gekommen, dann hab ich mit der Matti im Flur kurz ganz viel gedr&amp;uuml;ckt, dann sind wa umgefallen, hat nich wehgetan, war nur ein Spa&amp;szlig;, war lustig, dann sind wa losgegangen zum Spielplatz, da waren die frechen Jungs, der eine Junge hat mir gehaut, und der andere hat mir umgeschubst auf dem Trampolin drin, dann bin ich auf dem Hochkletterger&amp;uuml;st gestiegen, dann sind wa zum Puppentheater gegangen, da war aber nicht auffen, dann ham wa ein Zopfeis gegessen und Papa hat ein Kaffee getrunken, der is aber nur f&amp;uuml;r Gewachsene, dann sind wa nach Hause gegangen, dann hab ich mich noch kurz im Flur gedreht, dann war ich eine Bummelliese, dann haben wa uns ausgezogen, dann hab ich Z&amp;auml;hne geputzt mit Zahnputze, dann hast du mir den Schlafanzug angezogen, dann hast du mir das Buch vorgelesen mit dem Krokodil, wo alles falschrum ist, und jetzt la&amp;szlig; mich mal bitte gucken, ich will auch mal was aufschreiben in dein Buch, la&amp;szlig; mich mal ein bi&amp;szlig;chen in Ruhe, siehste, klappt doch.&lt;br /&gt;
- Soll ich die T&amp;uuml;r noch ein bi&amp;szlig;chen auflassen?&lt;br /&gt;
- Ja.&lt;br /&gt;
- Gute Nacht.&lt;br /&gt;
- Gute Nacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;B&gt;Seite 427-447 (Schlu&amp;szlig;)&lt;/B&gt;&lt;br /&gt;
Die sechzehnj&amp;auml;hrige Tochter Gilbertes wird ihm vorgestellt, die er noch nie gesehen hat. Die Zeit "&lt;I&gt;hatte sie wie ein Meisterwerk geformt&lt;/I&gt;". Sie "&lt;I&gt;sah meiner Jugend gleich&lt;/I&gt;". Au&amp;szlig;erdem hat sie ja &amp;Auml;hnlichkeit mit dem verstorbenen Saint-Loup "&lt;I&gt;was alle, die ihren Vater gekannt hatten, zu langen Tr&amp;auml;umereien bewog.&lt;/I&gt;" Diese Materialisierung der verflossenen Jahre in einer jungen Person ist nur noch ein weiterer Ansto&amp;szlig; zu der &amp;Uuml;berlegung "&lt;I&gt;da&amp;szlig; dieses Leben, das man unaufh&amp;ouml;rlich f&amp;auml;lscht, in einem Buch verwirklicht werden k&amp;ouml;nnte...&lt;/I&gt;" Denn, was wir unser Leben nennen, ist nur eine unaufh&amp;ouml;rliche F&amp;auml;lschung der wirklichen Version, die wir eigentlich in uns sp&amp;uuml;ren, und der man nur in einem Buch Gerechtigkeit widerfahren lassen kann! "&lt;I&gt;Wie gl&amp;uuml;cklich w&amp;uuml;rde der sein, dachte ich, der ein solches Buch zu schreiben verm&amp;ouml;chte, doch welche Arbeit liegt auch vor ihm.&lt;/I&gt;" Eine Arbeit, die alle erdenklichen Kulturleistungen des Abendlandes zusammenf&amp;uuml;hrt und erforderlich macht, man mu&amp;szlig; es n&amp;auml;mlich "&lt;I&gt;unter unaufh&amp;ouml;rlicher Umgruppierung der Kr&amp;auml;fte wie eine Offensive vorbereiten&lt;/I&gt;" (als Feldherr), "&lt;I&gt;es ertragen wie die Qual der Erm&amp;uuml;dung&lt;/I&gt;" (als M&amp;auml;rtyrer), es "&lt;I&gt;wie eine Ordensregel auf sich nehmen&lt;/I&gt;" (als Asket), es "&lt;I&gt;wie eine Kirche erbauen&lt;/I&gt;" (als Architekt), "&lt;I&gt;ihm folgen wie einer &amp;auml;rztlichen Weisung&lt;/I&gt;" (als Patient), "&lt;I&gt;es &amp;uuml;berwinden wie ein Hindernis&lt;/I&gt;" (als Entdecker), "&lt;I&gt;es erobern wie eine Freundschaft&lt;/I&gt;" (als soziales Wesen), "&lt;I&gt;es pflegen wie ein Kind&lt;/I&gt;" (als Mutter), "&lt;I&gt;es schaffen wie eine Welt&lt;/I&gt;" (als K&amp;uuml;nstler/Demiurg). Und dabei mu&amp;szlig; man auch noch alles andeuten, was von Menschen nicht erkannt werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie kann das gehen? Z.B. unter Obhut der zwar schon fast blinden, aber mit einer Intuition f&amp;uuml;r Marcels Werk ausgestatteten Fran&amp;ccedil;oise, vielleicht sogar genau in der Art, wie diese "&lt;I&gt;ein Kleid entstehen l&amp;auml;&amp;szlig;t.&lt;/I&gt;" So w&amp;uuml;rde er das Buch zusammenflicken und ausbessern. Aber "&lt;I&gt;war es wirklich noch Zeit und war ich selbst noch imstande dazu?&lt;/I&gt;" Man darf ja nicht vergessen, da&amp;szlig; der Autor zwar an der Schreibmaschine arbeitet, aber als Gef&amp;auml;&amp;szlig; f&amp;uuml;r seinen Geist nur einen verg&amp;auml;nglichen Organismus besitzt: "&lt;I&gt;Man mu&amp;szlig;te in der Tat davon ausgehen, da&amp;szlig; ich einen K&amp;ouml;rper hatte.&lt;/I&gt;" Traurige Tatsache. "&lt;I&gt;Einen K&amp;ouml;rper zu haben aber ist die gro&amp;szlig;e Bedrohung f&amp;uuml;r den Geist...&lt;/I&gt;" Man f&amp;uuml;hlt sich in seinem K&amp;ouml;rper nicht mehr wohl, wenn man das Werk, das man schaffen will, schon vor sich sieht, und f&amp;uuml;rchten mu&amp;szlig;, jederzeit auf den Champs-Elys&amp;eacute;es von einem Ast erschlagen zu werden oder beim Durchschwimmen des Atlantiks zu ertrinken. Oder, als ich heute mit dem Fahrrad auf die Torstra&amp;szlig;e bog und ein Laster mit Anh&amp;auml;nger haarscharf an mir vorbeiraste. Es war mein Proust-Kommentar, f&amp;uuml;r den ich erschrak, weil er so kurz vor dem Ziel unvollendet geblieben w&amp;auml;re. "&lt;I&gt;Da&amp;szlig; ich mich als Tr&amp;auml;ger eines Werkes f&amp;uuml;hlte, machte jetzt einen Unfall, bei dem ich den Tod finden k&amp;ouml;nnte, f&amp;uuml;rchtenswerter f&amp;uuml;r mich, ja [..] geradezu absurd.&lt;/I&gt;" Deshalb hat Heiner M&amp;uuml;ller auf Flugreisen immer unbeendete Manuskripte mitgenommen, weil ihm dann ein Absturz unwahrscheinlicher erschien. Man hat vielleicht die Ohmnacht vor blinder Barbarei noch nicht verstanden, wenn man noch glaubt, Werke w&amp;uuml;rden vom Schicksal verschont. Wir denken das, weil wir nur kennen, was erhalten ist, und man sich nicht vorstellen kann, da&amp;szlig; viel bedeutenderes fehlt. "Noli perturbare circulos meos" kann vielleicht als paradoxe Reaktion bei manchen Angreifern Verwirrung ausl&amp;ouml;sen, so da&amp;szlig; man Zeit gewinnt, aber die Schwerkraft, oder die Zeit werden sich davon nicht beeindrucken lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Niemand anders kann die Arbeit tun, die vor ihm liegt. Das ist vielleicht doch ein Unterschied zu anderen Arbeiten, die aktuellen Top 10 k&amp;ouml;nnte auch jeder andere f&amp;uuml;llen, auch die Spiegel-Bestsellerliste k&amp;ouml;nnte jeder andere vollschreiben, Journalisten wird ja sogar beigebracht, einen austauschbaren Stil zu pflegen. Aber die "Recherche" kann nur einer schreiben. Umso gr&amp;ouml;&amp;szlig;er die Angst vor einem Gehirnschlag. So, wie man ja auch, wenn man liebt, das Ende dieser Liebe f&amp;uuml;rchtet, weil es sich erst einstellen kann, wenn man selbst ein anderer geworden ist. Selbst das Abklingen einer ungl&amp;uuml;ckliche Liebe bedeutet so einen Tod.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also schnell an die Arbeit! Aber wieviele Werke mu&amp;szlig; man hinter sich auft&amp;uuml;rmen, um das Verh&amp;auml;ltnis zwischen verlorener Lebenszeit und erbrachter Leistung halbwegs ausgeglichen zu halten? Was f&amp;uuml;r eine heroische Geduld, sich nicht in Aktivit&amp;auml;ten zu verlieren, sondern zu warten, bis alles in einem gereift ist. Wobei Marcel hier seine Tr&amp;auml;gheit zuhilfe gekommen ist, die ihn "&lt;I&gt;vor allzu leichtem Schreiben gesch&amp;uuml;tzt hatte.&lt;/I&gt;" Und man ist einsam! "&lt;I&gt;Niemand verstand das Geringste davon&lt;/I&gt;". Man vernachl&amp;auml;ssigt seine sozialen Pflichten, man ist einfach nicht mehr in der Lage, Briefe zu beantworten. Man wird mi&amp;szlig;verstanden, es wird einem unterstellt werden, man grabe "&lt;I&gt;nach Einzelheiten&lt;/I&gt;", wo man "&lt;I&gt;gro&amp;szlig;e Gesetze&lt;/I&gt;" sucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und auch die B&amp;uuml;cher, die man abergl&amp;auml;ubisch liebt, sind keine F&amp;uuml;hrer. Man kann "&lt;I&gt;was man liebt nur wiedererschaffen, indem man ihm entsagt.&lt;/I&gt;" Nicht einmal der Verstand ist immer ein guter Wegweiser. Denn man mu&amp;szlig; die T&amp;ouml;ne an die richtige Stelle setzen und sich enthalten "&lt;I&gt;sie von ihrer Ursache loszul&amp;ouml;sen, der unser Verstand sie nachtr&amp;auml;glich koordiniert.&lt;/I&gt;" Es gilt "&lt;I&gt;tiefer in mich selbst hinabzusteigen.&lt;/I&gt;" (Wie oft h&amp;ouml;rt man als Autor: "Du mu&amp;szlig;t von dir loskommen." "Denk dir mal was aus." "Du interessierst niemanden." "Die jungen Autoren kreisen nur um ihr Ich".)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
"&lt;I&gt;Weil aber die Menschen in dieser Weise noch alle Stunden der Vergangenheit enthalten, k&amp;ouml;nnen sie denen, die sie lieben, so viel Leid antun, denn damit hegen sie in ihrem Innern auch viele Erinnerungen an Freuden und W&amp;uuml;nsche, die f&amp;uuml;r sie schon ausgel&amp;ouml;scht sind, aber so grausam noch f&amp;uuml;r den, der den geliebten Leib, um dessentwillen er an Eifersucht krankt &amp;#8211; an einer solchen Eifersucht, da&amp;szlig; er seine Zerst&amp;ouml;rung w&amp;uuml;nscht &amp;#8211; betrachtet und in seiner gesamten Erstreckung &amp;uuml;ber die Ebene der Zeit erblickt.&lt;/I&gt;" Schlechte Aussichten f&amp;uuml;r eine sp&amp;auml;te Altersheimromanze, es sei denn, die Frau w&amp;auml;re vorher noch nie verliebt gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er ist also verurteilt, nicht nur tiefer in sich hinabzusteigen, sondern sich an alles zu erinnern, denn sein Werk wird "&lt;I&gt;die durch das Ged&amp;auml;chtnis vollzogene Wiedersch&amp;ouml;pfung von Eindr&amp;uuml;cken&lt;/I&gt;" sein. Bei dieser Vorstellung aber bef&amp;auml;llt ihn schon jetzt "&lt;I&gt;ein Gef&amp;uuml;hl der Erm&amp;uuml;dung und des Grauens&lt;/I&gt;". Es ist, als habe sich die Zeit unter ihm abgelagert, der er "&lt;I&gt;auf ihrem schwindelnden Gipfel hockte und mich nicht r&amp;uuml;hren konnte&lt;/I&gt;". Deshalb bewegen sich alte Menschen so zittrig, als ob sie "&lt;I&gt;alle auf lebendigen, unaufh&amp;ouml;rlich wachsenden, manchmal mehr als kirchturmhohen Stelzen hockten, die schlie&amp;szlig;lich das Gehen f&amp;uuml;r sie beschwerlich und gefahrvoll machten, bis sie pl&amp;ouml;tzlich von ihnen herunterfielen.&lt;/I&gt;"&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verlorene Praxis: - Jene Barbarenfeste besuchen, die man als Abendessen in der Stadt bezeichnet.&lt;br /&gt;
- Ein Werk schreiben, das wie eine Kirche ist, in der die Gl&amp;auml;ubigen nach und nach Wahrheiten entdecken und Harmonien und den gro&amp;szlig;en Plan erkennen, der dem ganzen zugrunde liegt.&lt;br /&gt;
- Ein Werk schreiben, das wie ein Druidenmal auf dem Gipfel einer Insel f&amp;uuml;r immer unbesucht dastehen wird.&lt;br /&gt;
- Dem Beifall der jetzt lebenden Elite v&amp;ouml;llig indifferent gegen&amp;uuml;berstehen.&lt;br /&gt;
- Soweit man die Bewegung seiner Lippen noch versp&amp;uuml;rt, ein kleines L&amp;auml;cheln in einem winzigen Winkel seines Mundes zustande bringen, wenn eine Dame einem schreibt: "&lt;I&gt;Ich war sehr erstaunt, keine Antwort auf meinen Brief zu erhalten.&lt;/I&gt;"&lt;br /&gt;
- Versuchen, seine gegenw&amp;auml;rtige Liebensw&amp;uuml;rdigkeit noch auf der H&amp;ouml;he derjenigen zu halten, die andere Leute f&amp;uuml;r einen aufwenden.&lt;br /&gt;
- Sich nicht ohne Grauen ein Werk vorstellen k&amp;ouml;nnen, das von seinen Lieblingsb&amp;uuml;chern verschieden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbst&amp;auml;ndig lebensf&amp;auml;hige Sentenz: - "&lt;I&gt;Wie viele gewaltige Kathedralen bleiben unvollendet!&lt;/I&gt;"</description>
      <pubDate>Sat, 27 Jan 2007 16:52:23 GMT</pubDate>
      <guid>http://vertr.antville.org/stories/1559853/</guid>
      <dc:creator>jochenheißtschonwer</dc:creator>
      <dc:date>2007-01-27T16:52:23Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <link>http://vertr.antville.org/stories/1544369/#1560158</link>
      <description>Gut so. Die Britannica und der gute heilige Thomas haben den Marathon, der &amp;uuml;ber Proust hereingebrochen ist, herzlich verdient und wenn&amp;#8217;s dann noch die Ilias und Odyssee im Original sein d&amp;uuml;rfen, hat er erst mal Ruhe. Ein Ph&amp;auml;nomen ist&amp;#8217;s allemal, denn wer nicht sp&amp;auml;testens nach dem Swann in Ratlosigkeit versinkt, hat Proust nie wirklich gelesen. Die Krise ist Teil der Lekt&amp;uuml;re und nur durch eisernes Durchhalteverm&amp;ouml;gen zu vermeiden. &lt;br /&gt;
Aber nun ist das Ende, das kein Anfang sein wird, erreicht. Der Autor selbst hatte beim Schreiben des Wortes &amp;#8222;FIN&amp;#8220; geplant, nun mit dem Leben zu beginnen. Und so gratulieren wir dem Marathonl&amp;auml;ufer zum Sieg und bedauern wenig, dass nicht v&amp;ouml;llig auszuschlie&amp;szlig;en ist, er habe das Ziel verfehlt.</description>
      <pubDate>Sun, 28 Jan 2007 08:56:26 GMT</pubDate>
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      <dc:creator>arcenciel</dc:creator>
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    </item>
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      <link>http://vertr.antville.org/stories/1559853/#1560157</link>
      <description>nunc est vivendum...</description>
      <pubDate>Sun, 28 Jan 2007 08:54:44 GMT</pubDate>
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      <dc:creator>v.d.</dc:creator>
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    </item>
    <item>
      <link>http://vertr.antville.org/stories/1559208/#1559795</link>
      <description>gerade der "joseph" fehlt mir noch, daf&amp;uuml;r wei&amp;szlig; ich den ersten satz auswendig, weil er so eine unerh&amp;ouml;rte adverb- und konjunktionsh&amp;auml;ufung enth&amp;auml;lt.&lt;br /&gt;
der sache mit dem zwieback und allen anderen fragen zu proust werde ich dann ab morgen nachgehen, aber wieder ganz frei vagabundierend und ohne schreibauftrag. das wird sch&amp;ouml;n.&lt;br /&gt;
ich dachte, cato hat immer vor den griechen gewarnt?&lt;br /&gt;
aber ich bin ja noch nicht senex, sondern sogar noch zehn jahre iuvenis, habe ich jetzt gelernt.</description>
      <pubDate>Sat, 27 Jan 2007 14:55:02 GMT</pubDate>
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      <dc:creator>jochenheißtschonwer</dc:creator>
      <dc:date>2007-01-27T14:55:02Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <link>http://vertr.antville.org/stories/1559208/#1559604</link>
      <description>Thomas Mann&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#8222;Joseph und seine Br&amp;uuml;der&amp;#8220; ist ein Must, &amp;#8222;Der Erw&amp;auml;hlte&amp;#8220; wohl immer noch ein Geheimtip. Und die Vorstellung, Th. Mann &amp;#8222;f&amp;uuml;r sich&amp;#8220; zu haben? Willkommen im Club!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Exklusiver d&amp;uuml;rfte der Kreise jener sein, die die Encyclopaedia Britannica von A bis Z durchgelesen haben. A. J. Jacobs hat&amp;#8217;s gemacht und ein Buch dar&amp;uuml;ber geschrieben. (Was mich darin bekr&amp;auml;ftigt, da&amp;szlig; auch ein Tagebuch der Proust-Lekt&amp;uuml;re sich ver&amp;ouml;ffentlichen lie&amp;szlig;e.) Und was finden wir da unter P? &amp;#8211;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Proust, Marcel&lt;br /&gt;
It wasn&amp;#8217;t a madeleine. In real life, Proust&amp;#8217;s memories were sparked by a rusk biscuit, which is basically another name for zweiback toast. He changed it when he wrote Remembrance of Things Past.  What&amp;#8217;s wrong with zweiback? Im just guessing, but I smell a corrupt product placement deal with the madeleine industry.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
P.S.: Griechisch lernen? Nie zu sp&amp;auml;t daf&amp;uuml;r. Cato senex litteras Graecas didicit.</description>
      <pubDate>Sat, 27 Jan 2007 08:26:44 GMT</pubDate>
      <guid>http://vertr.antville.org/stories/1559208/#1559604</guid>
      <dc:creator>wiegers</dc:creator>
      <dc:date>2007-01-27T08:26:44Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Berlin - VII Die wiedergefundene Zeit - Seite 407-427</title>
      <link>http://vertr.antville.org/stories/1559208/</link>
      <description>Eisiger Wind blies mir ins Gesicht, der Fahrradweg war glatt und verschneit, meine Bremsen sind abgefahren, und ich hatte die Nacht nach der Chaussee &amp;auml;u&amp;szlig;erst schlecht geschlafen und das Gef&amp;uuml;hl, mich beim Kontakt mit soviel Menschen erk&amp;auml;ltet zu haben. Au&amp;szlig;erdem trug ich eine Unterhose und eine Trainingshose unter der Jeanshose, zwei Pullover und drei Hemden und Wanderschuhe, was meinen Bewegungen etwas schwerf&amp;auml;lliges gab. Ein Vorgeschmack darauf, wie ich eines Tages mit meinen Gelenken zu k&amp;auml;mpfen haben und wieviel Willenskraft ich brauchen w&amp;uuml;rde, um auch nur den Arm zu beugen. Es half aber nichts, ich war mit Falko Hennig zum Plakatieren f&amp;uuml;r unsere Weltchronik-Premiere verabredet, wir mu&amp;szlig;ten jede M&amp;ouml;glichkeit nutzen, ein &amp;ouml;konomisches Fiasko zu vermeiden. Wegen der vielen Kleidungsschichten hatte ich M&amp;uuml;he, auf dem Klo zu pinkeln. In Outdoor-L&amp;auml;den gibt es ja ein spezielles Beutelchen, mit dem man sich in Schneest&amp;uuml;rmen erleichtern kann, ohne sich ausziehen zu m&amp;uuml;ssen, daran werde ich beim n&amp;auml;chsten mal denken m&amp;uuml;ssen. Die Plakate wogen Zentner, das Klebeband versagte wegen der K&amp;auml;lte, der Wind zerrte das wertvolle Papier in den Schneematsch, und wir hatten keine Videokamera dabei, um diese Clownsnummer zu dokumentieren. Die Tour f&amp;uuml;hrte von der Lottumstra&amp;szlig;e bis zum Kino Babylon, unterwegs &amp;uuml;berklebten wir r&amp;uuml;cksichtslos alle fremden Plakate. Falko meinte, wir k&amp;ouml;nnten die &amp;uuml;berall zu lesende Warnung, bei unbefugtem Kleben verklagt zu werden, ignorieren. Die Werbefirma, die die Fl&amp;auml;chen bereitstellte, w&amp;uuml;rde es nicht wagen, uns zu verklagen, weil sie dann einen potentiellen Kunden verlieren w&amp;uuml;rden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Babylon trafen wir zuf&amp;auml;llig Judith Hermann, die dort mit ihrem Sohn zum Kinderkino ging, Berlin war ein Dorf. Sie fragte mich, was ich als n&amp;auml;chstes lesen werde, ein Bekannter von ihr h&amp;auml;tte nach Proust gar nichts mehr lesen k&amp;ouml;nnen, und ich sagte, da&amp;szlig; ich gerade eine Thomas-Mann-Biographie angefangen h&amp;auml;tte, weil es immer so tr&amp;ouml;stlich sei, sich von Zeit zu Zeit mit dieser Familie zu befassen. Sie selbst fresse sich gerade durch Thomas Manns Romane und sei ganz benebelt, sagte sie, eine sch&amp;ouml;ne Koinzidenz. Wie oft man sich anh&amp;ouml;ren m&amp;uuml;sse, Thomas Mann sei langweilig, meinte ich. Ja, sagte sie, aber es sei doch auch wieder sch&amp;ouml;n, wenn man ihn ganz f&amp;uuml;r sich habe. Ich hatte mich im Dezember einmal mit ihr getroffen und bef&amp;uuml;rchtet, alle im Caf&amp;eacute; w&amp;uuml;rden uns anstarren, weil sie so ber&amp;uuml;hmt ist. Es nahm aber niemand Notiz von uns, und mir wurde bewu&amp;szlig;t, da&amp;szlig; sie 100 mal ber&amp;uuml;hmter sein kann als ich, sie ist damit immer noch 10000 mal unbekannter als irgendein Serienschauspieler von Pro7. Es ist ein grundlegender Irrtum von Autoren, zu denken, die Welt warte auf ihr n&amp;auml;chstes Buch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem R&amp;uuml;ckweg waren viele unserer Plakate schon vom Wind oder von der Konkurrenz zerfetzt worden, hier und da hing noch ein Rest, und man war stolz. Es hat Spa&amp;szlig; gemacht, sein Geschick endlich wieder in die eigenen H&amp;auml;nde zu nehmen. Wozu habe ich mir damals meine Gesundheit ruiniert, werde ich meinen Kindern einmal sagen, damit ihr mein Erbe mit F&amp;uuml;&amp;szlig;en tretet?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Heimweg fuhr ich am Haus vorbei, in dem meine Tochter wohnt, das ist immer ein seltsames Gef&amp;uuml;hl. Trotz meiner Kopfschmerzen mu&amp;szlig;te ich Proust lesen und der Verdacht kam auf, da&amp;szlig; das Buch einem je nach eigener Verfassung spannend oder langweilig vorkommt. Vielleicht bin ich unkonzentriert, aber ich habe den Eindruck, da&amp;szlig; er auch 40 Seiten vor Schlu&amp;szlig; noch nicht zu erkennen gibt, es irgendwie eilig zu haben, den Schlu&amp;szlig;akkord zu setzen. Als h&amp;auml;tte er noch weitere 1000 Seiten Platz, ergeht er sich in geschw&amp;auml;tzigen Details. Und die zahlreichen Fu&amp;szlig;noten f&amp;uuml;gen dem Text nichts wesentliches hinzu. Als ich endlich am Rechner sa&amp;szlig;, waren die Kopfschmerzen aber schnell vergessen. Da&amp;szlig; man immer noch denkt, man m&amp;uuml;&amp;szlig;te ein Gl&amp;uuml;ck jenseits des Schreibens finden, wo man doch schon privilegiert ist, wenn man wenigstens eins im Schreiben hat! Wenn ich nicht arbeite, vergesse ich aber immer, da&amp;szlig; ich Autor bin, oder ich kann es mir nicht vorstellen. Solange ich nicht tippe, kann ich keinen Gedanken fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich habe so lange Jahre herumgestochert und das, was aufzuschreiben gewesen w&amp;auml;re, nicht gesehen. Und jetzt, wo ich so schreibe, wie ich schreibe, m&amp;uuml;&amp;szlig;te es doch kinderleicht f&amp;uuml;r jeden sein, das einfach nachzumachen. Aber der eigene Stil ist auch ein Gef&amp;auml;ngnis, man will doch nicht festgelegt sein. Paul Klee ist ja sehr sch&amp;ouml;n, aber er ist eben nur Paul Klee. So, wie man Frauen liebt, die nicht zu einem passen, bewundert man ja auch B&amp;uuml;cher, bei denen jeder denken w&amp;uuml;rde, man k&amp;ouml;nne nichts damit anfangen und w&amp;uuml;nscht sich, genau solche zu schreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich w&amp;uuml;nsche mir eine Zeit, in der ich wieder von der Dusche zum Schreibtisch haste, weil ich keine Zeit verlieren will, so eilig habe ich es, eine neue Sprache zu lernen. Eigentlich mu&amp;szlig; ich daf&amp;uuml;r nur in irgendein Land fahren, die Zeitung kaufen und den Gedanken verdr&amp;auml;ngen, da&amp;szlig; das eine Flucht sein k&amp;ouml;nnte, und da&amp;szlig; ich nicht mein Leben lang neue Sachen beginnen kann, bevor die alten ausgearbeitet sind. Endlich einmal nach Griechenland, um die Distanz zwischen den Orten aus der Mythologie selbst zu erleben. Und auch noch Griechisch lernen? Das d&amp;uuml;rfte meine wenig ausgepr&amp;auml;gte Begabung f&amp;uuml;r frei &amp;uuml;ber allen Sachthemen schwebenden Party-Smalltalk noch weiter unterminieren. Wer heute noch ein Fremdwort kennt, ist ja schon ein Paria. Alles lesen, alles wissen, alles sehen, ohne zu irgendetwas gezwungen zu sein. Mehr will ich doch gar nicht.&lt;br /&gt;
(Oder vielleicht doch: ich w&amp;uuml;rde gerne wenigstens versuchsweise mal im Mittelfeld spielen, weil man in der Innenverteidigung immer nur rumsteht und auf gegnerische Konter wartet, bei denen man dann schlecht aussieht.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;B&gt;Seite 407-427&lt;/B&gt;&lt;br /&gt;
Ich sagte es schon, der Reiz langer Serien, die unersch&amp;ouml;pflichen M&amp;ouml;glichkeiten, im Lauf der Jahre jeden mit jedem zu verb&amp;auml;ndeln. Auf seine alten Tage ist nun der Herzog von Guermantes in Odette verliebt, die ja inzwischen Madame de Forcheville hei&amp;szlig;t. "&lt;I&gt;Er war nur noch eine Ruine, aber eine gro&amp;szlig;artige, oder eigentlich weniger noch als eine Ruine, eher das romantische Bild eines Felsens im Sturm. Auf allen Seiten von Wogen des Leidens, des Zorns &amp;uuml;ber seine Leiden und der steigenden Flut des Todes, die ihn rings einzuschlie&amp;szlig;en drohte, gepeitscht, bewahrte er auf seinem gleich einem Felsblock verwitterten Gesicht den Stil, den Schnitt, den ich immer bewundert hatte...&lt;/I&gt;" Warum diese Fixierung mancher M&amp;auml;nner auf Frauen, die "&lt;I&gt;nicht ihr Genre&lt;/I&gt;" sind? "&lt;I&gt;Eine Frau, die 'unser Genre' ist, wird selten gef&amp;auml;hrlich, denn sie will von uns nichts, sie stellt uns zufrieden, verl&amp;auml;&amp;szlig;t uns schnell und nistet sich nicht in unserem Leben ein...&lt;/I&gt;"&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Synthese der Wege nach Guermantes und nach M&amp;eacute;s&amp;eacute;glise in der Tochter von Gilberte (Swann, Odette...) und Saint-Loup (Charlus, Herzogin von Guermantes...) Vier Seiten braucht Marcel inzwischen, um stichpunktartig seine Beziehung zu den einzelnen Figuren des Buchs, und wie er von der einen zur anderen gelangt ist, zu rekapitulieren. Das schlimme ist, da&amp;szlig; ich das alles in einem halben Jahr vergessen haben werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unklares Inventar: - Nacaratfarbene Seide.&lt;br /&gt;
- Vertiko.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verlorene Praxis: - Als Frau "&lt;I&gt;Tanz und Vergn&amp;uuml;gen und alles &amp;uuml;brige f&amp;uuml;r das hergeben, was einem Mann Vergn&amp;uuml;gen macht oder ihm auch nur Sorgen erspart, wofern er einen wirklich liebt.&lt;/I&gt;"&lt;br /&gt;
- Weil man von allem Snobismus frei ist, einen unbekannten Literaten zum Gatten w&amp;auml;hlen und die Familie so wieder unter das Niveau hinabf&amp;uuml;hren, aus dem sie emporgestiegen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Katalog kommunikativer Knackpunkte: - "&lt;I&gt;Ich sah, wie auf dem Gesicht von Madame de Guermantes jene leichte Verzerrung entstand, die andeutet, da&amp;szlig; man auf dem Wege der &amp;Uuml;berlegung etwas, was man soeben geh&amp;ouml;rt hat, mit wenig angenehmen Gedanken in Beziehung setzt.&lt;/I&gt;"</description>
      <pubDate>Fri, 26 Jan 2007 17:54:50 GMT</pubDate>
      <guid>http://vertr.antville.org/stories/1559208/</guid>
      <dc:creator>jochenheißtschonwer</dc:creator>
      <dc:date>2007-01-26T17:54:50Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <title>Berlin, Warschauer Straße, Firstbase-Internet-Café - VII Die wiedergefundene Zeit - Seite 387-407</title>
      <link>http://vertr.antville.org/stories/1558341/</link>
      <description>Warum h&amp;ouml;rt man Schriftstellern lieber zu, wenn sie von sich erz&amp;auml;hlen, als Verwandten oder Freunden? Warum projiziert man seine Gef&amp;uuml;hle in die Worte von Wildfremden und kriegt bei Nahestehenden den Mund nicht auf? Liegt es wirklich an der Qualit&amp;auml;t der Texte? Aber warum f&amp;uuml;hren wir dann &amp;uuml;berhaupt noch Gespr&amp;auml;che, wenn wir dabei st&amp;auml;ndig unter unserem Niveau bleiben? (oder sollten wir tats&amp;auml;chlich immerfort singen, wie in "On conna&amp;icirc;t la chanson? Ist nicht jede &amp;Auml;u&amp;szlig;erung, die kein Zitat ist, ohne W&amp;uuml;rze? Oder anders gesagt: kann man sich &amp;uuml;berhaupt &amp;auml;u&amp;szlig;ern ohne zu zitieren?) Was unterscheidet einen Fremden, der einen auf einer Party mit sentimentalen Erinnerungen qu&amp;auml;lt (vielleicht sogar an etwas, was einem selbst wichtig ist), von einem Autor, der in einem Text  seinen verlorenen Paradiesen nachtrauert? Ist es die radikale Offenheit, die im direkten Gespr&amp;auml;ch peinlich ber&amp;uuml;hren w&amp;uuml;rde? Die formale Leistung? Von jemandem, den man als gl&amp;uuml;cklich und standhaft sch&amp;auml;tzt, m&amp;ouml;chte man doch nicht erfahren, da&amp;szlig; er in Wirklichkeit schon seit Jahren ein Selbstmordkandidat ist, w&amp;auml;hrend ein Autor ja scheinbar immer f&amp;uuml;r eine Erfolgsgeschichte steht, schon weil wir ihn lesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was macht man, wenn man einsehen mu&amp;szlig;, da&amp;szlig; man in der Spannweite seiner Empfindungen und in der Struktur, die man der Selbsterz&amp;auml;hlung des eigenen Lebens t&amp;auml;glich gibt, unbewusst immer lediglich eine tapsige und inkonsequente Version von Proust war? Wozu soll man Prousts Experiment beim Schreiben wiederholen? Der immer zwanghaftere R&amp;uuml;ckzug in die Erinnerung ist ja eher ein menschliches Schicksal als eine freie Entscheidung. Wenn man vorhat, die Zeit festzuhalten, kann man aber nur scheitern. Man versteht, wie stark Beckett Proustianer war, in "Das letzte Band" die verf&amp;uuml;hrerische Gewalt alter Tonbandaufnahmen, in "Oh les beaux jours", das Versteinern in einer rituellen Beschw&amp;ouml;rung der in Wirklichkeit l&amp;auml;ngst vergessenen Vergangenheit. Oder Maria Schell, die auf ihrem Berghof die letzten Jahre von Fernsehern umgeben im Bett verbringt und sich ihre alten Filme ansieht. Oder Kane, dem ein Imperium und ein Anwesen von orientalischer Pracht den Schwung der Jugend und die verpasste Kindheit nicht ersetzen k&amp;ouml;nnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Spielplatz habe ich einen Jungen beobachtet, dessen kleines, ferngesteuertes Flugzeug sich in einem Baum verfangen hatte. Am Baumstamm kam er nicht hoch, er warf eine Weile vergeblich ein St&amp;ouml;ckchen nach dem Flugzeug, es wurde schon dunkel. Da ich nie ein ferngesteuertes Flugzeug hatte, hatte ich mir einmal vorgenommen, nicht zu sterben, bevor ich mir eins gekauft h&amp;auml;tte. Als Kind habe ich lediglich einmal ein Buch "RC-Flugmodelle und RC-Modellflug" aus dem VEB Verlag f&amp;uuml;r Verkehrswesen besessen ("Als Lehr- und Lernmaterial f&amp;uuml;r den Modellsport vom Zentralvorstand der Gesellschaft f&amp;uuml;r Sport und Technik anerkannt und empfohlen"). Ich war so gemein gewesen, im Buchladen auf das einzige vorhandene Exemplar zu bestehen, obwohl ein gr&amp;ouml;&amp;szlig;erer Junge, der bestimmt mehr damit anfangen konnte als ich, mich anflehte, es ihm zu &amp;uuml;berlassen. Nat&amp;uuml;rlich n&amp;uuml;tzte mir das Buch nichts, ich konnte mit meinen Elektronik-Kenntnissen keinen Sender nachbauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben das Flugzeug dann wieder freibekommen und der Junge rannte damit nach Hause. Vielleicht war meine Seele in letzter Zeit wie dieses Flugzeug und hatte sich in einem Baum verfangen. Und eines Tages wird es hei&amp;szlig;en: "Eine schwere Proust-Lekt&amp;uuml;re machte ihm zu schaffen, von der er aber schlie&amp;szlig;lich doch noch einmal genesen konnte".&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;B&gt;Seite 387-407&lt;/B&gt;&lt;br /&gt;
Rahel rezitiert, wie Schauspieler es so oft tun, etwas befremdlich, aber man kann sich daran gew&amp;ouml;hnen, auch wenn man sich erst entscheiden mu&amp;szlig;, ob man es entsetzlich oder genial findet. Bloch hat bei diesen Versen: "&lt;I&gt;...in Gedanken ausschlie&amp;szlig;lich seine Vorbereitungen getroffen, um, gleich nachdem das Gedicht zu Ende war, wie ein Belagerter, der einen Ausfall versucht, hervorzust&amp;uuml;rzen und, wenn auch nicht &amp;uuml;ber die Leichen, so doch wenigstens &amp;uuml;ber die F&amp;uuml;&amp;szlig;e seiner Nachbarn hinwegst&amp;uuml;rmend, die Vortragende zu begl&amp;uuml;ckw&amp;uuml;nschen, sei es aus einer irrigen Vorstellung von seinen Verpflichtungen gegen sie, sei es aus blo&amp;szlig;em Bed&amp;uuml;rfnis, sich zu bekunden.&lt;/I&gt;"&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Herzogin von Guermantes ist nicht mehr so glanzvoll und boshaft-witzig wie einst. "&lt;I&gt;Wenn der Moment f&amp;uuml;r ein witziges Wort gekommen war, unterbrach sie sich f&amp;uuml;r die gleiche Zahl von Sekunden wie fr&amp;uuml;her, sah aus, als z&amp;ouml;gere sie, als gehe etwas Sch&amp;ouml;pferisches in ihr vor, aber der Ausspruch, den sie zustande brachte, taugte dennoch nicht viel.&lt;/I&gt;" Vielleicht werde ich so meine Tage als vorlesender Autor beschlie&amp;szlig;en, einfach nur noch die B&amp;uuml;hne betreten, schweigen und damit noch einmal die Gr&amp;ouml;&amp;szlig;e der fr&amp;uuml;heren Darbietungen heraufbeschw&amp;ouml;ren, im Gedenken an die dann st&amp;uuml;rmisch applaudiert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Herzogin ist &amp;uuml;brigens fast geschmeichelt, da&amp;szlig; ihr Mann wieder angefangen hat, sie zu betr&amp;uuml;gen, "&lt;I&gt;weil es mich quasi j&amp;uuml;nger macht.&lt;/I&gt;" Das ist eine sch&amp;ouml;ne Pointe, die das Eheleben mit sch bringen kann. Sie erinnert sich nur sehr ungenau des Zeitpunkts von Marcels erster Bekanntschaft mit ihr, was ihm nicht gefallen kann, da so eine Laxheit in der Geschichtsschreibung ihres Lebens die wichtige Zeit der Schw&amp;auml;rmerei und der zu ihr aufstrebenden Hoffnungen unter den Tisch fallen l&amp;auml;&amp;szlig;t.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unklares Inventar: - Zuckerreibe.&lt;br /&gt;
- Fagon, Arzt.&lt;br /&gt;
- G&amp;eacute;raudel-Pastillen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Streitbare These: - "&lt;I&gt;...denn Frauen finden es nett, wenn man noch ihrer Sch&amp;ouml;nheit gedenkt, so wie K&amp;uuml;nstler ger&amp;uuml;hrt sind, wenn man ihre Werke bewundert.&lt;/I&gt;"&lt;br /&gt;
- "&lt;I&gt;...gro&amp;szlig;e Trag&amp;ouml;dinnen sterben oft als Opfer der in ihrem Umkreis entstehenden h&amp;auml;uslichen Intrigen, wie zuvor schon vielmals am Ende der St&amp;uuml;cke, in denen sie aufgetreten sind.&lt;/I&gt;"</description>
      <pubDate>Thu, 25 Jan 2007 17:57:15 GMT</pubDate>
      <guid>http://vertr.antville.org/stories/1558341/</guid>
      <dc:creator>jochenheißtschonwer</dc:creator>
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    </item>
    <item>
      <title>Berlin - VII Die wiedergefundene Zeit - Seite 367-388</title>
      <link>http://vertr.antville.org/stories/1557638/</link>
      <description>Das sch&amp;ouml;ne an Kindern ist, da&amp;szlig; man ihretwegen wieder seine alten DDR-M&amp;auml;rchenplatten h&amp;ouml;rt, auf denen die besten Schauspieler von damals, also Namen wie Fred D&amp;uuml;ren, Rolf Ludwig, Klaus Piontek, Elsa Grube-Deister, Kurt B&amp;ouml;we, Dieter Mann, Dietrich K&amp;ouml;rner, Jutta Wachowiak, etc. sprechen, deren Stimmen, weil man sie so fr&amp;uuml;h geh&amp;ouml;rt hat, einem auf eine wohlige Art direkt ins Unterbewu&amp;szlig;te gleiten, wie Musik oder Alkohol. Au&amp;szlig;erdem ist man endlich in dem Alter, den eigentlichen Sinn dieser M&amp;auml;rchen zu verstehen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;I&gt;Der Froschk&amp;ouml;nig oder der eiserne Dan&lt;/I&gt;&lt;br /&gt;
In den alten Zeiten, als das W&amp;uuml;nschen noch geholfen hat, lebte einmal ein Me&amp;szlig;ingenieur, der hatte eine wundersch&amp;ouml;ne T&amp;auml;nzerin als Tochter. Sie war so sch&amp;ouml;n, da&amp;szlig; die Sonne selber, die doch so vieles schon gesehen hat, sich verwunderte, sooft sie ihr ins Gesicht schien, also nat&amp;uuml;rlich vor allem, wenn das M&amp;auml;dchen mit seiner Firma wieder einen Job in Saudi-Arabien oder Pakistan hatte. Nahe bei dem Haus war der Humboldthain, und mitten darin, unter einer von den Miniermotten zerfressenen Kastanie, war ein Gully. Wenn nun der Tag recht hei&amp;szlig; war, ging die junge T&amp;auml;nzerin in ihrem Tiger-Top hinaus in den Humboldthain und setzte sich an den Rand des k&amp;uuml;hlen Gullys. Und wenn sie Langeweile hatte, nahm sie einen Tischtennisball, warf ihn in die H&amp;ouml;he und fing ihn wieder auf. Das war ihr liebstes Spiel.&lt;br /&gt;
Nun trug es sich einmal zu, da&amp;szlig; der Tischtennisball der T&amp;auml;nzerin gerade in den Gully hineinrollte. Und der war tief, so tief, da&amp;szlig; man keinen Grund sah.&lt;br /&gt;
Da fing die T&amp;auml;nzerin an zu weinen und weinte immer lauter und konnte sich gar nicht tr&amp;ouml;sten. Als sie so klagte, rief ihr pl&amp;ouml;tzlich jemand zu: &amp;raquo;Was hast du nur, T&amp;auml;nzerin? Du schreist ja, da&amp;szlig; sich ein Stein erbarmen m&amp;ouml;chte.&amp;laquo;&lt;br /&gt;
Sie sah sich um, woher die Stimme k&amp;auml;me, da erblickte sie einen Frosch, der seinen dicken, h&amp;auml;&amp;szlig;lichen Kopf aus der Jauche streckte. &amp;raquo;Ach, du bist's, alter Wasserpatscher&amp;laquo;, sagte sie. &amp;raquo;Ich weine &amp;uuml;ber meinen Tischtennisball, der mir in den Gully hinabgefallen ist, ein Drei-Sterner!&amp;laquo;&lt;br /&gt;
&amp;raquo;Sei still und weine nicht&amp;laquo;, antwortete der Frosch, &amp;raquo;ich kann wohl Rat schaffen. Aber was gibst du mir, wenn ich deinen Tischtennisball wieder heraufhole?&amp;laquo;&lt;br /&gt;
&amp;raquo;Was du haben willst, lieber Frosch&amp;laquo;, sagte sie, &amp;raquo;meine Klamotten, meinen i-Pod, Glitzersteine, auch noch das Porsche-Schl&amp;uuml;sselband, das ich trage.&amp;laquo;&lt;br /&gt;
Der Frosch antwortete: &amp;raquo;Deine Klamotten, deinen i-Pod, die Glitzersteine und dein Porsche-Schl&amp;uuml;sselband, die mag ich nicht. Aber wenn du mich liebhaben willst und ich dein Geselle und Spielkamerad sein darf, wenn ich an deinem Tischlein neben dir sitzen, von deinem Stullenbrett essen, aus deiner Campari-Flasche trinken, auf deiner Matratze schlafen darf, dann will ich hinuntersteigen und dir den Tischtennisball heraufholen.&amp;laquo;&lt;br /&gt;
&amp;raquo;Ach, ja&amp;laquo;, sagte sie, &amp;raquo;ich verspreche dir alles, was du willst, wenn du mir nur den Tischtennisball wiederbringst.&amp;laquo; Sie dachte aber, der einf&amp;auml;ltige Frosch mag schw&amp;auml;tzen, was er will, der glaubt doch selber nicht, was er sagt.&lt;br /&gt;
Als der Frosch das Versprechen der T&amp;auml;nzerin erhalten hatte, tauchte er seinen Kopf unter, sank in die Jauche, und &amp;uuml;ber ein Weilchen kam er wieder heraufgerudert, hatte den Tischtennisball im Maul und warf ihn ins Gras. Die T&amp;auml;nzerin war voll Freude, als sie ihr sch&amp;ouml;nes Spielzeug wiedererblickte, hob es auf und sprang damit fort.&lt;br /&gt;
&amp;raquo;Warte, warte!&amp;laquo; rief der Frosch. &amp;raquo;Nimm mich mit, ich kann nicht so schnell h&amp;uuml;pfen wie du!&amp;laquo; Aber sie h&amp;ouml;rte nicht darauf, eilte nach Hause und hatte den Frosch bald vergessen, denn es rief ja st&amp;auml;ndig jemand auf ihrem Handy an.&lt;br /&gt;
Am andern Tag, als sie sich mit dem Vater und ihren vielen Freunden zur Tafel gesetzt hatte und eben fr&amp;uuml;hst&amp;uuml;ckte, da kam, plitsch platsch, plitsch platsch, etwas den Hausflur entlanggekrochen. Als es oben angelangt war, klingelte es und rief. &amp;raquo;T&amp;auml;nzerin, mach mir auf&amp;laquo;&lt;br /&gt;
Sie lief und wollte sehen, wer drau&amp;szlig;en w&amp;auml;re. Als sie aber aufmachte, sa&amp;szlig; der Frosch vor der T&amp;uuml;r. Da warf sie die T&amp;uuml;r hastig zu, setzte sich wieder an den Tisch, und es war ihr ganz &amp;auml;ngstlich zumute, der Frosch h&amp;auml;tte ja wenigstens mal vorher anrufen k&amp;ouml;nnen.&lt;br /&gt;
Der Me&amp;szlig;ingenieur sah wohl, da&amp;szlig; ihr das Herz gewaltig klopfte, und sprach: &amp;raquo;Ei, was f&amp;uuml;rchtest du dich? Steht etwa die GEZ vor der T&amp;uuml;r und will dich holen?&amp;laquo;&lt;br /&gt;
&amp;raquo;Ach, nein&amp;laquo;, antwortete sie, &amp;raquo;es ist nicht die GEZ, sondern ein garstiger Frosch.&amp;laquo;&lt;br /&gt;
&amp;raquo;Was will der Frosch von dir?&amp;laquo;&lt;br /&gt;
&amp;raquo;Ach, lieber Vater, als ich gestern im Humboldthain bei dem Gully sa&amp;szlig; und spielte, fiel mein Tischtennisball in die Jauche. Als ich deshalb weinte, hat ihn mir der Frosch heraufgeholt. Und weil er es durchaus verlangte, versprach ich ihm, er sollte mein Spielgef&amp;auml;hrte werden. Ich dachte aber nimmermehr, da&amp;szlig; er aus seiner Jauche k&amp;auml;me. Au&amp;szlig;erdem bin ich &amp;uuml;ber meine letzte Beziehung noch nicht hinweg. Nun ist er drau&amp;szlig;en und will zu mir herein. Wenn ich das geahnt h&amp;auml;tte, h&amp;auml;tte ich ihm nie meine Adresse gegeben!&amp;laquo;&lt;br /&gt;
Da klopfte es zum zweiten Mal, und eine Stimme rief: &amp;raquo;T&amp;auml;nzerin, mach mir auf!" Da sagte der Me&amp;szlig;ingenieur: &amp;raquo;Was du versprochen hast, das mu&amp;szlig;t du auch halten! Geh nur und mach ihm auf! Sch&amp;ouml;nheit ist verg&amp;auml;nglich, auf die Dauer kommt es auf andere Eigenschaften an. Au&amp;szlig;erdem bin ich deiner Mutter damals auch nachgelaufen, sonst g&amp;auml;be es dich jetzt gar nicht.&amp;laquo;&lt;br /&gt;
Sie ging und &amp;ouml;ffnete die T&amp;uuml;r. Da h&amp;uuml;pfte der Frosch herein und h&amp;uuml;pfte ihr immer nach bis zu ihrem Stuhl. Dort blieb er sitzen und rief: &amp;raquo;Heb mich hinauf zu dir!&amp;laquo; Sie zauderte, bis es endlich der Me&amp;szlig;ingenieur befahl. Als der Frosch auf dem Stuhl war, wollte er auf den Tisch, und als er da sa&amp;szlig;, sprach er: &amp;raquo;Nun schieb mir dein Stullenbrett n&amp;auml;her, damit wir zusammen essen k&amp;ouml;nnen.&amp;laquo; Der Frosch lie&amp;szlig; sich's gut schmecken, ihr aber blieb fast das Joghurt-M&amp;uuml;sli im Halse stecken.&lt;br /&gt;
Endlich sprach der Frosch: &amp;raquo;Ich habe mich satt gegessen und bin m&amp;uuml;de. Nun trag mich in dein K&amp;auml;mmerlein und mach deine Matratze zurecht!&amp;laquo; Die T&amp;auml;nzerin fing an zu weinen und f&amp;uuml;rchtete sich vor dem kalten Frosch, den sie sich nicht anzur&amp;uuml;hren getraute und der nun auf ihrem sch&amp;ouml;nen neuen Spannlaken schlafen sollte. Au&amp;szlig;erdem mu&amp;szlig;te sie morgen fr&amp;uuml;h raus.&lt;br /&gt;
Der Me&amp;szlig;ingenieur aber wurde zornig und sprach: &amp;raquo;Wer dir geholfen hat, als du in Not warst, den sollst du hernach nicht verachten!&amp;laquo;&lt;br /&gt;
Da packte sie den Frosch mit zwei Fingern, trug ihn hinauf in ihr K&amp;auml;mmerlein und setzte ihn dort in eine Ecke. Als sie sich eine halbe Stunde die Z&amp;auml;hne geputzt hatte, war er immer noch da, und als sie im Bette lag, kam er gekrochen und sprach: &amp;raquo;Ich will schlafen so gut wie du. Heb mich hinauf, oder ich sag's deinem Vater!&amp;laquo;&lt;br /&gt;
Da wurde sie bitterb&amp;ouml;se, holte ihn herauf und warf ihn gegen die Wand. &amp;raquo;Nun wirst du Ruhe geben&amp;laquo;, sagte sie, &amp;raquo;du garstiger Frosch!&amp;laquo; Als er aber herabfiel, war er kein Frosch mehr, sondern ein Schriftsteller mit sch&amp;ouml;nen freundlichen Augen. Der war nun nach ihres Vaters Willen ihr lieber Geselle und Gemahl. Er erz&amp;auml;hlte ihr, er h&amp;auml;tte unter einer seltenen Erbkrankheit gelitten und niemand h&amp;auml;tte ihn aus dem Gully erl&amp;ouml;sen k&amp;ouml;nnen als sie allein, und morgen wollten sie zusammen in sein Viertel zu den Steinplatten fahren und Tischtennis spielen.&lt;br /&gt;
Und wirklich, am anderen Morgen kam ein Fahrrad herangefahren, mit 36 G&amp;auml;ngen, buntem Lenkerband, Spritzschutz mit Katzenaugen und einem Sattel f&amp;uuml;r M&amp;auml;dchen auf der Stange. Hinten auf dem Gep&amp;auml;cktr&amp;auml;ger aber sa&amp;szlig; ein Kollege des jungen Schriftstellers, das war der treue Dan.&lt;br /&gt;
Der treue Dan hatte sich so gekr&amp;auml;nkt, als sein Freund in einen Frosch verwandelt worden war, da&amp;szlig; er drei eiserne B&amp;auml;nder um sein Herz hatte legen lassen, damit es ihm nicht vor Weh und Traurigkeit zerspr&amp;auml;nge.&lt;br /&gt;
Das Fahrrad sollte nun den jungen Schriftsteller in sein Viertel holen. Der treue Dan hob ihn und seine junge Gemahlin hinauf, setzte sich wieder auf den Gep&amp;auml;cktr&amp;auml;ger und war voll Freude &amp;uuml;ber die Erl&amp;ouml;sung seines Freundes. Als sie ein St&amp;uuml;ck des Weges gefahren waren, h&amp;ouml;rte der Schriftsteller, da&amp;szlig; es hinter ihm krachte, als ob etwas zerbrochen w&amp;auml;re. Da drehte er sich um und rief: &amp;raquo;Dan, wir haben einen Platten!&amp;laquo;&lt;br /&gt;
&amp;raquo;Nein, Freund, keinen Platten, Es ist ein Band von meinem Herzen/ Das da lag in gro&amp;szlig;en Schmerzen/ Als Ihr in dem Gully sa&amp;szlig;t/ Als ihr eine Fretsche was't.&amp;laquo;&lt;br /&gt;
Noch einmal und noch einmal krachte es auf dem Weg, und der Schriftsteller meinte immer, sie h&amp;auml;tten einen Platten. Doch es waren nur die B&amp;auml;nder, die vom Herzen des treuen Dan absprangen, weil sein Freund nun erl&amp;ouml;st und gl&amp;uuml;cklich war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;B&gt;Seite 367-388&lt;/B&gt;&lt;br /&gt;
F&amp;uuml;r Marcel soll es der letzte Abend in Gesellschaft sein. "&lt;I&gt;Gleich morgen&lt;/I&gt;" will er sich zur Arbeit in die Einsamkeit zur&amp;uuml;ckziehen. "&lt;I&gt;Selbst in meine Wohnung w&amp;uuml;rde ich in meinen Arbeitsstunden keine Leute vorlassen...&lt;/I&gt;" Das dumme ist ja, da&amp;szlig; irgendwann sowieso gar keine mehr kommen... "&lt;I&gt;Ich aber w&amp;uuml;rde den Mut finden, denen, die mich besuchen w&amp;uuml;rden oder mich abholen lie&amp;szlig;en, zu antworten, ich h&amp;auml;tte wegen wichtiger Dinge, &amp;uuml;ber die ich mich unverz&amp;uuml;glich unterrichten m&amp;uuml;sse, ein dringendes, &amp;uuml;beraus bedeutsames Rendezvous mit meinem eigenen Ich.&lt;/I&gt;" Und seltsamerweise werde einem die Bereitschaft zum Verzicht, die sich in solch einer Haltung &amp;auml;u&amp;szlig;ert, als Egoismus ausgelegt. Dabei will er doch fern von den Menschen leben, "&lt;I&gt;um mich mit ihnen zu besch&amp;auml;ftigen&lt;/I&gt;", um "&lt;I&gt;die Kurve zu definieren und das Gesetz herauszustellen, das die Geb&amp;auml;rden, die sie machten, die Worte, die sie sagten, ihr Leben, ihre Natur bestimmte.&lt;/I&gt;"&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
"&lt;I&gt;...leichte Liebesbegegnungen mit eben erbl&amp;uuml;hten jungen M&amp;auml;dchen&lt;/I&gt;" w&amp;uuml;rden die einzige "&lt;I&gt;erlesene Nahrung&lt;/I&gt;" darstellen "&lt;I&gt;die ich allenfalls noch meiner Einbildungskraft gestatten k&amp;ouml;nnte, die somit jenem ber&amp;uuml;hmten Pferde glich, das nur mit Rosen gef&amp;uuml;ttert werden durfte.&lt;/I&gt;" Gilberte solle ihn doch hin und wieder einladen, wenn sie solche jungen M&amp;auml;dchen zu Besuch habe, allerdings w&amp;uuml;rde er von diesen nur wollen, da&amp;szlig; sie ihm "&lt;I&gt;die Tr&amp;auml;umereien und Traurigkeiten von ehedem wiederschenkten, h&amp;ouml;chstens eines unwahrscheinlichen Tages einen keuschen Ku&amp;szlig;.&lt;/I&gt;"&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Reiz langer Serien, wie dicker B&amp;uuml;cher, man kann die erstaunlichste Werdeg&amp;auml;nge inszenieren: die ehemalige Prostituierte Rahel ist inzwischen eine ber&amp;uuml;hmte Schauspielerin geworden, f&amp;uuml;r deren Rezitationen man sogar die Berma versetzt. Allerdings erkennt Marcel die "&lt;I&gt;abscheuliche alte Frau&lt;/I&gt;", als die sich ihm Rahel darstellt, nicht sofort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein hinrei&amp;szlig;ender Einschub illustriert die hoffnungslose Vereinsamung der gro&amp;szlig;en Berma, zu deren Einladung niemand kommt, weil am selben Tag alle wie durch die Wirkung einer Saugpumpe zu den Guermantes gezogen werden, wo Rahel sprechen soll. Die todkranke Berma geht im &amp;uuml;brigen wieder auf Tournee, um mit dem Honorar die Luxusbed&amp;uuml;rfnisse ihrer Tochter befriedigen zu k&amp;ouml;nnen, die allerdings darin bestehen, st&amp;auml;ndig ihr neben dem der Berma gelegenes Haus ausbauen zu lassen, "&lt;I&gt;unaufh&amp;ouml;rliche Hammerschl&amp;auml;ge unterbrachen daraufhin den Schlaf, den die gro&amp;szlig;e Trag&amp;ouml;din so sehr n&amp;ouml;tig hatte.&lt;/I&gt;"&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unklares Inventar: - Die Balthy, die Mistinguett, die R&amp;eacute;jane, Schauspielerinnen.&lt;br /&gt;
- Erechtheion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verlorene Praxis: - Es f&amp;uuml;r eine Form intellektueller &amp;Uuml;berlegenheit halten, leicht an Langeweile zu leiden.&lt;br /&gt;
- Sein Geld mit der Keckheit eines alten Kinds der Stra&amp;szlig;e gewohnheitsm&amp;auml;&amp;szlig;ig in seinem Strumpf verbergen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bewu&amp;szlig;tseinserweiterndes Bild: - "&lt;I&gt;Die sterbenden Augen standen noch verh&amp;auml;ltnism&amp;auml;&amp;szlig;ig lebendig in der damit kontrastierenden furchtbaren Knochenmaske und gl&amp;auml;nzten schwach wie eine Schlange, die zwischen Felsen schl&amp;auml;ft.&lt;/I&gt;"</description>
      <pubDate>Wed, 24 Jan 2007 22:40:42 GMT</pubDate>
      <guid>http://vertr.antville.org/stories/1557638/</guid>
      <dc:creator>jochenheißtschonwer</dc:creator>
      <dc:date>2007-01-24T22:40:42Z</dc:date>
    </item>
    <item>
      <link>http://vertr.antville.org/stories/1556620/#1557611</link>
      <description>ich hab letzte woche triumphgem&amp;uuml;se bestellt und inzwischen auch erhalten. mit der harnusch-geschichte konnte ich nix anfangen, wahrscheinlich zu insiderm&amp;auml;&amp;szlig;ig, zu lokal - ingo schulze hat mir auch nie was gesagt - aber der blaue reifen ist schon eher auf meiner wellenl&amp;auml;nge. mehr im pers&amp;ouml;nlichen stil des blogs. was passiert wohl damit, wenn der proust ausgelesen ist? sch&amp;ouml;n war die mail des verk&amp;auml;ufers letzte woche, der kam bestimmt auch aus dem osten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;I&gt;Ihre Bestellung sollte eigentlich heute verschickt werden- bei uns tobt allerdings der Sturm und unser Postamt hat aus Sicherheitsgr&amp;uuml;nden geschlossen. Ich bitte Sie, die Versandverz&amp;ouml;gerung zu entschuldigen- werde das P&amp;auml;ckchen so bald wie m&amp;ouml;glich wegschicken. Sollten Sie den Artikel aufgrund der l&amp;auml;ngeren Wartezeit stornieren wollen, k&amp;ouml;nnen Sie dies selbstverst&amp;auml;ndlich. In dem Fall w&amp;uuml;rden Ihnen alle Kosten erstattet werden.&lt;br /&gt;
Mit freundlichen gr&amp;uuml;&amp;szlig;en&lt;br /&gt;
&lt;/I&gt;</description>
      <pubDate>Wed, 24 Jan 2007 22:19:18 GMT</pubDate>
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      <dc:creator>alex63</dc:creator>
      <dc:date>2007-01-24T22:19:18Z</dc:date>
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    <item>
      <link>http://vertr.antville.org/stories/1552030/#1557100</link>
      <description>Auch "olle ihmchen". gibts sogar 12 mal bei google.</description>
      <pubDate>Wed, 24 Jan 2007 12:17:36 GMT</pubDate>
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      <dc:creator>jochenheißtschonwer</dc:creator>
      <dc:date>2007-01-24T12:17:36Z</dc:date>
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      <description>da hab ich mir ausnahmsweise mal nichts ausgedacht...</description>
      <pubDate>Wed, 24 Jan 2007 12:15:28 GMT</pubDate>
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      <dc:creator>jochenheißtschonwer</dc:creator>
      <dc:date>2007-01-24T12:15:28Z</dc:date>
    </item>
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